Städte, Landwirtschaft und Klimawandel
Städte und Klimawandel
Städte sind Verursacher und Opfer des Klimawandels zugleich. Sie verbrauchen etwa 80 Prozent der weltweiten Energieressourcen und stoßen den größten Teil der Abgase aus. Sie werden aber auch hauptsächlich vom Klimawandel betroffen sein, weil sie oft unmittelbar an der Küste liegen. Nachhaltige Entwicklung muss daher nachhaltige Stadtentwicklung bedeuten.
Wie werden Städte in Zukunft wachsen? Wie müssen Stadtregierungen auf den Klimawandel reagieren? Der WFC will Städte energieeffizienter machen und ihre Nutzung erneuerbarer Energien drastisch steigern. Ein gutes Beispiel dafür ist Dongtan in China, die erste Ökostadt der Welt, deren Bau 2008 beginnt. Aber auch andere klimarelevante Bereiche wie Luft und Wasserverschmutzung oder die wichtige Frage der lokalen Entscheidungsstrukturen werden beleuchtet.
Im November vereinbarte der WFC eine langfristige Zusammenarbeit mit der Hamburger HafenCity Universität: Eine gemeinsame Kommission mit 20 Experten aus allen Kontinenten soll wirksame Politikansätze identifizieren und Parlamentarier zum Handeln anregen. Dazu wird die Kommission Studien zu „besten Politiken“ in Auftrag geben, Kongresse organisieren und Forschungsgruppen initiieren.
Landwirtschaft und Klimawandel
Werden die letzten zusammenhängenden Regenwaldgebiete der Welt verschwinden, damit dort Biokraftstoff für unsere Autos angebaut werden kann? Werden wir eine weltweite Hungerkrise aufgrund der steigenden Preise für Biokraftstoffe erleben? Die Ernährungskrisen in Haiti und anderen Ländern des Südens im April 2008 haben gezeigt, wie aktuell und brisant diese Fragen sind.
Der Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Klimawandel ist daher der Schwerpunkt dieser Expertenkommission. Die industrielle Landwirtschaft verursacht im Vergleich zur ökologischen Landwirtschaft viel höhere Emissionen. Produktion und Verteilung von Nahrung sind derzeit stark abhängig von fossilen Treibstoffen. Eine Steigerung etwa der Ölpreise führt schnell zu teureren Lebensmitteln – die Nahrungsmittelsicherheit ist gefährdet.
Eine weitere wichtige Verbindung zum Klimawandel ist der im Boden gespeicherte Kohlenstoff. Die Anreicherung des Bodens mit organischer Substanz könnte einen großen Beitrag zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre leisten. Die Kommission unter der Leitung von Vandana Shiva nimmt Mitte 2008 ihre Arbeit auf. Ihre Hauptaufgabe ist es, nach „best policies“ zu fahnden und positive Entwicklungen zu beschleunigen.